Sonntag, 4. Oktober 2020

Komfortzone


Wenn ein neues Jahr anfängt dann wohnt diesem der Zauber der Reinheit und des Neubeginns inne. Irre schön so ein frisches Jahr, noch unberührt. Ich denke jedes Silvester, wahrscheinlich der Tatsache geschuldet das ich ein grundpositiver Mensch bin..." Das wird sicher ein wunderschönes Jahr". So auch 2020. Der Start in die goldenen zwanziger dieses Jahrhunderts.  Der Neujahrstag und alle Gedanken dazu kommen mir heute wie vergangene Lichtjahre vor. 

2020 hat schon echt rein geknallt so in unser aller Leben.  Mittlerweile haben wir es dann wohl alle verstanden das es keinem schadet vorsichtig miteinander umzugehen und ja auch eine kleine Bahn Stoff vor dem Gesicht zu tragen. 

Was uns dagegen schadet ist die Angst die immer öfter vor dem Hirn hergaloppiert. Die Angst die so schnell zu Wut wird. 

Mit Angst kenne ich mich aus. Auch wenn man auf den ersten Blick denken könnte das ich völlig angstfrei durchs Leben gehe so weiß ich ganz genau wovon ich schreibe.

Angst vor Versagen, Angst nicht anerkannt zu werden, Angst vor zu hohem Risiko, Angst vor Fröschen und Angst davor das man nicht alles gut g

enug macht um es vor sich selbst zu rechtfertigen und nicht zuletzt immer und immer wieder Angst andere zu enttäuschen. Jeder von uns hat so seine eigenen Lieblingsängste. 

Uns allen gemeinsam, ist wohl die Angst vor dem großen Unbekannten. Nicht umsonst versucht die Wissenschaft bis in kleinste zu ergründen worin dieses Pudels Kern liegt. 

Ich selber habe zwar keine Angst vor Veränderung aber auch ich verlasse meine Komfortzone auch oft nur wiederwillig und nur wenn ich überzeugt bin das es  wirklich besser wird. 

Und  genau da haben wir nun den Salat 2020.  Was bitte soll besser werden durch einen Virus der nicht nur unser Leben sondern auch unser Zusammenleben bedroht. Warum kann mich ein so unsichtbares kleines Ding dazu bringen meine Komfortzone zu verlassen? Mit welchem Recht? Wer hat dem das gesagt...  Was genau kommt dann? Alles vage und unsicher. Genau uns er aller Ding. NICHT.

Richtig großer Mist.

Ja es fühlt sich an wie eine Partie Schlittschuh fahren auf offener See und glaubt mir Schlittschuh fahren kann ich nicht und wollte es auch bisher nicht lernen. 

Doch als ich schon dachte es kann jetzt nicht weniger Komfortzone sein da habe ich in all dem Chaos in meinem Meer einen kleinen Eisbrecher entdeckt. Viele Eisbrecher um ganz genau zu sein. Worte, Briefe, Anrufe,  Worte kleine und große von Euch an mich und andersherum.  Nicht leer und leicht sondern liebevoll und gehaltvoll.  Eisbrecher die gleichmal einen Tee mit im Gepäck haben um sich so richtig aufzuwärmen. 

So viele liebe Worte von Euch während des Lock Downs und auch danach. So viele wundervolle Begegnungen so unterschiedlich und ohne sich in echt zu begegnen.  Worte sind kraftvolle Eisbrecher. Das ist mir so wertvoll bewusst geworden. 

Ich habe lang nichts geschrieben hier. Es gab eine Zeit da bin ich in diesem Blog relativ inflationär mit Worten umgegangen. Selbst in Zeiten in denen nicht alles Rosa Brille war, habe ich doch lieber schöne Worte gesucht. Das war sicher nicht immer richtig, zum Schluss hat es mir am meisten geschadet und ich bin verstummt. 

Doch dieses Jahr hat mir beigebracht, dass es ganz sicher nicht richtig ist einfach stumm daneben zu stehen.  Es ist richtig und mehr als wichtig zu sagen wie gut und großartig Menschen sind. Ich sage es denen die mir ganz ganz nahe sind persönlich, am Telefon, per Brief oder per Nachricht und denen die ich nur auf diesem Weg erreichen kann sage ich es hier. 

 Ja ja ja ... Menschen können scheiße sein aber ja auch gut. Sie können sich unter Masken anlächeln und flüchtige Begegnungen können dem anderen d

en Tag schöner machen.  Eine Danke oder ein "Du machst das sehr gut" kann einen Tag schöner machen.  Und das Beste daran. Wir Menschen können uns dafür entschieden.  Wir können uns entscheiden auch in beschissenen Zeiten füreinander da zu sein und sei es nur durch ein kleines gutes Wort. 

Ich möchte mehr Danke sagen und mehr "ist schon gut" und mehr "du bist wunderbar". Ich möchte Liebesbriefe schreiben.  

So viele Worte für euch, an euch.  So viele Worte für danke, Schön das es auch gibt.  Schön das es die gibt die ganz ganz nah an meinem Leben sind und mit wenigen Worten verstehen ob die See zugefroren ist der nicht . Danke fürs pro forma schon mal zur Rettungsmission aufbrechen mit Tee im Gepäck. 

Danke auch an all die, die das machen, was wir Menschen eben auch gut können. Freundlich sein, einfach so und weil es gut tut.  Schön das es Euch gibt, das ihr euch der Kraft der Zuneigung bewusst seid auch wenn man sich nicht oder nur virtuell kennt. Ein nettes Wort im Internet der im Supermarkt auf 1,5 Länge gedehnt.  Es tut gut, so oder so. 

Gemeinsam rocken wir das mit der Komfortzone schon. Da bin ich ganz sicher.

Alles Liebe Martina 

  

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