Mittwoch, 10. September 2014

neue Wege

Am letzten Wochenende waren wir auf einer der schönsten Hochzeiten auf der ich jemals Gast sein durfte. Tief im Herzen des Münsterlandes auf einem Bauernhof. w
Es war nicht nur der Ort der besonders war, auch die Atmosphäre. Von Schlafen im Heu bis hin zu einer wunderschönen Zeremonie auf einer riesigen Wiese stimmte alles. Weit weg von Schicki Micki und unnützem Drum rum ging es nur darum zusammenzusein und eine gute Zeit zu haben. Jeder von uns hat sich sehr geliebt gefühlt.






Wir haben getanzt und gefeiert was das Zeug hält und bis spät in die Nacht am Feuer geredet. Es war großartig.

So randvoll mit Glückshormonen bin ich dann auch in die Woche gestartet, Isabel in Ihre Lehrzeit.  Ich empfinde es als große Aufgabe, als Segen als eine so große Bereicherung.

Klar ich muß ja auch die Sägeübungen nicht machen sondern darf nur sagen gut oder nicht so gut. Doch was mich so glücklich macht ist die innere Gewissheit das das drei großartige Jahre werden. Isabel ist ein wirklich guter Mensch, sie macht es einem verdammt einfach sie zu mögen und das ist so wichtig in einem so kleinen Laden wie der meiner Goldschmiede.- Sich mögen, um gut miteinander zu arbeiten.


Das Wetter macht mir den Hof und wärmt mir noch einmal die Sockenlosen Füße. Da war auch der erste Kürbis garnicht schlimm dieses Jahr.

Alles Liebe Martina

Donnerstag, 28. August 2014

Denn man tau!

Die ersten Tage nach dem Urlaub sind ganz schön heftig angelaufen.
 Ich sitze am Werktisch und ich bin so schneckenlangsam das es ein Graus ist. Heute morgen nach dem Schwimmen bin ich total motiviert gewesen. Ein Ring nach dem anderen die Serie steht- und nun ... Pustekuchen. Ich hab den ganzen Tag mit einem Ring und der dazugehörigen Fassung verbracht. Ok die ist nicht einfach und er Ring wird toll aaaaaber   ... Ich habe mir mehr erhofft.



Mano und ich hab schon wieder das Gefühl die Zeit wird knapp.  Oft steht mir mein eigener Anspruch im Weg. Ertappe ich mich hin und wieder dabei das Stück nochmal auseinander zu bauen weil es nicht ganz perfekt war.

Neue Projekte stehen ins Haus. Neue Messen In Stuttgart und Dornbirn. Ich freue mich schon sehr darauf doch will ich gerade für diese Ausstellungen auch tollen Schmuck dabei haben.



Man kann es nicht erzwingen. Das ist die Kehrseite an einem kreativen Beruf. Sich die Freiheit zu nehmen, zeit zu finden etwas entstehen zu lassen, daran hapert es mir gerade.
Ich habe 1000 Projekte in meinem Kopf, 1000 Dinge die es zu erledigen gilt.



Ende September fahre ich für eine Woche in die Toskana. Meine kleine Werkstatt zieht für eine Woche mit Sack und Pack in ein wunderschönes Italienisches Landhaus um dort einen Goldschmiedekurs der ganz ganz besonderen Art zu geben. Es gibt übrigens überraschender weise noch ein freies Zimmer. Falls wer Lust und Zeit hat! Vom 27.9.-4.10. hier ;)
Auf diese Reise freue ich mich sehr nicht zuletzt weil dort zu arbeiten ein so unbeschreibliches Glück ist, das ich jedes Mal aufs neue berauscht bin.
Ich hoffe das ich dort ein wenig zur Ruhe finde dir mir gerade so fehlt.



Dann beginnt eine neue Auszubildende in zwei Wochen ihr Lehre bei mir. Ich freue mich sehr und bin aufgeregt wie Bolle. Noch nie habe ich eine Goldschmiedin direkt vom ersten Lehrjahr an ausgebildet. Bisher kamen alle erst im dritten Ausbildungsjahr zu mir. (vorher gehen Goldschmiede auf eine zwei jährige Vollzeitschule). Ich empfinde es als Bereicherung und ein bisschen auch als Abenteuer. Wir werden sehen.



So -  ihr seht die See ist stürmich zur Zeit und ich muß meine Nußschalenwelt ganz schön fest halten. Aber auch die Gischt  in meinem Gesicht hat etwas Gutes. Ich spüre ganz deutlich das ich Lebe und   das fühlt sich verdammt gut an.  
Denn man tau !



Alles Liebe Martina


Dienstag, 19. August 2014

Lang lang ist es her und doch...ich bin da.

Nach einer gefühlten Unendlichkeit komme ich endlich mal wieder dazu einen Post zu schreiben. der Sommer mach gerade ein Minipäuschen und ich sitze hier mit Socken und Leggins. Unglaublich.
Wir haben Ferien hier in Baden Württemberg und ich lasse mich gemeinsam mit meiner Familie treiben.
Die letzten Wochen waren wir in Hamburg, Berlin und in Thüringen. Jeder einzelne Ort ein besonderer.

Hamburg - naja ich sage es trotz das ich mich wohl wiederhole. Ich liebe es sehr. Die Elbe lässt alles ein wenig entspannter wirken. Ich fühle mich dort frei und geborgen. An jeder Ecke etwas was mir gut gefällt, sei es ein Kaffee, ein Blumenladen, eine Elbe oder Alster- alles toll.







Berlin ist zwar unsere Hauptstadt und ich kenne viele die Berlin als den Nabel der Welt ansehen. Für mich war Berlin vorallem eins - laut. Sicherlich lag es auch daran das wir uns fast nur in Mitte aufgehalten haben. Müsste ich mich entscheiden, meine Wahl wäre klar.
Trotzdem die Fülle an Streetart,  von El Bocho bis Evol. Alle da und alle toll. Es beindruckt mich wie Kunst hier scheinbar auf der Straße entsteht. leicht, locker, ein wenig rotznäsig. So ist wohl Berlin für mich am treffensten zu erklären.









Thüringen ist meine Heimat und gerade nach den tagen in zwei so großen Städten ist es eine Wohltat durch einen magischen Wald zu streifen, Moos unter den Füßen zu fühlen. Nebel und Sonne die sich in den hohen Fichten Bahn brechen. Das beste aber ist nachhause zu kommen, wo jemand auf dich wartet der dich liebt, die einen Kaffee hinstellt und dich anlächelt. Einfach so weil es schon immer so ist und weil es nicht auf der Welt gibt was das ändern könnte . Das perfekte Zuhausegefühl auch wenn man schon 36 ist und eigene Kinder hat.
Danke Mama und Papa. Schön das es euch gibt.






Von den vielen neuen Terminen und den vielen Neuigkeiten die es in der Hofgoldschmiede gibt erzähle ich ein im nächsten Post und der lässt ganz sicher nicht so lange auf sich warten.

Alles Liebe Martina

Dienstag, 8. Juli 2014

Sommermärchen

Ich bin ein Sommerkind. Punkt und dem ist auch nichts hinzuzufügen.
Schon immer gewesen und mit jedem Jahr in dem der Sommer kommt und geht bin ich mir dessen noch gewisser.
Die stille unbändige Vorfreude auf die ersten warmen Tage, der Genuß der Sonne auf der Haut, das erste mal kurze Hosen und keine Schuhe. mit ungekämmten Haaren auf dem Rad zum See fahren, staubig werden um sich mit einem Sprung ins Wasser die Krone des Glücks aufzusetzen.  Im Sommer habe ich keine Probleme früh aufzustehen um in allerhergottsfrühe ins Freibad zu radeln zu schwimmen und dann gut gelaunt über den Markt in den Laden. Im Sommer habe ich keine Probleme mich gesund zu ernähren, Beeren, Aprikosen, Tomaten. Alles bunt und leicht und duftig und lecker. Kirschen stibitzt vom Baum.
Das Leben gelingt mir spielend.
Gestern hab ich , als ich meine Mann von der Arbeit abgeholt habe das erste abgemähte Weizenfeld entdeckt.
Der Schmerz, das es bald schon wieder Zeit ist, Abschied zu nehmen hat mich schon ein wenig in den nackten Zeh gepickt und wie jedes Jahr begleitet mich die gleiche Sorge.

Lieber Sommer hab ich dich genug gekostet, hab ich mich einhüllen können in deine warmen Nächte, lag ich oft genug auf einer Wiese und hab in den Himmel gesehen.

Unser Urlaub wird diesmal ein Städtetrip nach Hamburg und Berlin und auch wenn ich mich darauf freue neues zu entdecken, in Cafés zu sitzen und die mit meinen Kindern uneingeschränkt jede Minute Spaß zu haben so habe ich die Sehnsucht nach dem Staub auf Feldwegen und dem Summen der Hummeln im Gepäck.
Wie sehen den eure Reisepläne dieses Jahr aus? und seid auch ihr Sommerkinder?
Was liebt ihr am Sommer besonders?








Alles Liebe Martina

Freitag, 13. Juni 2014

Vielleicht ist auch eine Geschichte von Dir dabei...


Vor einiger Zeit bekam ich ein Armband auf meinen Werktisch im Gepäck eine Geschichte wie man sie nur ganz ganz selten erlebt.
Manchmal trifft man Menschen im Leben die bewegen einen, egal ob es eine flüchtige Begegnung war oder ein Wiedersehen. Man hat das Gefühl, daß man sich schon ewig kennt. 
Eines Tages bekam ich eine Mail, eine Geschichte, eine Gänsehaut.

Liebe Claudia ich hoffe du verzeihst mir das ich Einen kleinen Teil deiner Mail veröffentliche aber bis heute bewegt mich diese Geschichte.

"Wir waren letzten Sommer in Nordindien unterwegs, in Zanskar, einem Gebiet, das nur wenige Monate im Jahr zugänglich ist... ein ehemaliges Königreich, buddhistisch, abseits von Tourismus und westlichen Einflüssen, in einer Ursprünglichkeit wie bei uns vor geschätzt 150 Jahren.
In einem buddhistischen Kloster durften wir bei einer "Versteigerung" zuschauen, an der sonst nur Mönche teilgenommen habe (ich hänge Ihnen ein Foto als kleinen Eindruck dazu an...). Diese "Versteigerungen" finden statt, wenn im Dorf jemand gestorben ist. Die Hinterbliebenen richten eine Metallkiste mit persönlichen Gegenständen des Toten - die dann unter den Mönchen versteigert werden und der Erlös kommt dem Kloster zugute. Da ich natürlich die einzige Frau dort war und die Sachen einer Frau versteigert wurden, gaben die Mönche mir für ein paar Groschen den Armreif. Ich hänge Ihnen auch ein Foto an. Zwar habe ich die Tote nicht gekannt (ich weiß nur, dass es eine sehr sehr alte Frau war... und auch am Armreif und den Steinen sieht man die Spuren von vielen Jahren), dennoch verbinde ich mit dem Armreif eine schöne Erinnerung an diesen Moment und diese Reise. Leider ist der Armreif an einer Stelle fast durchgebrochen und ich traue mich nicht, ihn zu tragen, da er sonst womöglich ganz durchbrechen würde.
Ich trug ihn auf der weiteren Reise dann zu einem Goldschmied, aber der hatte kein Interesse an einer Reparatur und so liegt er nun bei mir zu hause. Meine Idee bzw. vielmehr meine Bitte an Sie: Wenn Sie eine ruhige Minute haben (dies eilt wirklich nicht!!!), vielleicht haben Sie Lust, Ihrer wunderbaren Kreativität freien Lauf zu lassen. Ich würde Ihnen den Armreif gerne schicken und Sie dürfen den Anfang einer neuen Geschichte schreiben."


  Und wie ich das wollte, die Idee ein Goldschmied in Indien hat vor mehr als hundert Jahren das gleiche Material mit fast identischem Werkzeug bearbeitet und ein Schmuckstück daraus gemacht.... Allein dieser Gedanke ist für mich unfassbar cool, unglaublich, spannend. alles auf einmal.
Und ja ich wollte die Geschichte weiterschreiben meine heimliche Unterschrift setzen und dem Goldschmied Ehre tragen der damals großartige Arbeit und Leidenschaft in dieses Stück gesteckt hat. Ich hatte große Lust eine Frau glücklich zu wissen die ich nur einmal getroffen habe und die mich bewegt und mir allein durch ihr Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten einen so großen Glücksbonus gewährt hat.
Ich habe ein Medaillen und ein Ring hergestellt. Den Armreif, bis auf einen kleinen Stein komplett verarbeitet und eine alte Geschichte weitergeschrieben.

Ich hoffe nun sehr das du liebe Claudia das Medallion und der Ring gerne und viel trägst, das es zu dir gehören möge wie der Armreif zu der alten Frau . und das wir und nochmal Treffen, vielleicht auf einen Kaffee?

Als ich den Armreif das erste mal erhitzt habe hat die Werkstatt ganz wunderbar nach Indien, Patschuli und alten Gewürzen die in den Ritzen und Fugen der Ornamente festsaßen geduftet.
Diesen Auftrag werde ich niemals vergessen und  wiedereinmal begleitet mich die Gewissheit das es für mich die Leidenschaft und die Liebe zu den Dingen ist die mich heute glücklich durch den Tag gehen lässt.








  Alles Liebe Martina


Mittwoch, 28. Mai 2014

Geschafft ... erstmal









Seit sieben Jahren nun hab ich diesen kleinen Laden.
Er hat schon so einiges mitgemacht mit mir. So ziemlich alles halbe Jahr eine größere Umrückaktion (mein Mann findest es toll das ich das hier im Laden mache und nicht ständig zu hause).
 Mal eine neue Wandfarbe und mal eine neue Lampe. Der Laden ist mit mir erwachsener geworden.

Ich habe schon unzählige Male gemeckert wenn es wieder nicht so ging wie ich wollte und unzählige Male geweint vor Rührung über die Freude der Anderen, wenn sie das Perfekte Schmuckstück für sich abgeholt haben. 

Diese Räume haben sich mit Leben gefüllt, mit Geschichten, mit Emotionen über dieses lange Zeit. Ich wollte ihn mehr als einmal verschenken aber auch noch öfters niemals im Leben etwas anderes machen. Wir sind mittlerweile ein ganz passables Team, mein Laden und ich. 
Wir bauen uns auf, pflegen uns (wobei ich noch nicht erlebt habe das das Werkzeug sich mal von alleine weggeräumt hat) und wie sammeln gemeinsam Geschichten.

Geschichten vom großen und kleinen Glück, aufgeregte Männer die den Verlobungsring heimlich abholen oder Mütter die der 18 Jährigen Tochter das erste echte Schmuckstück schenken. Oder aber einfach die vielen Kursteilnehmer. Jeder einzelne besonders.

Für mich ist es ganz einfach sie alle ins Herz zu schließen. 

Nach der ganzen Zeit habe ich wiedermal renoviert. Die alte Ladentheke raus, neue rein. Aus dem Bestand einer Druckerei habe ich zwei wunderschöne Schränke erstanden. Einer davon hat sogar einen ausklappbaren Hocker, Dazu gab es unzählige Kästchen und wunderschöne Regale. Der Hacken ? 600 Kilo Bleiletter inklusive.  SECHSHUNDERT Kilo sind verdammt schwer.
An jeder Ecke ein wenig neues und doch alles irgendwie wie es sich für mich gut an fühlt. 
Ich fühle mich hier warm, geborgen, zu hause, mein Herz ist an diesen Platz gebunden und ich kann mir keine schöneren Arbeitsplatz vorstellen. 

Alles Liebe Martina

Donnerstag, 15. Mai 2014

Alles Neue macht ja bekanntlich wiedermal der Mai




Woran es liegt das ich immer im Mai am meisten Lust habe etwas zu verändern, mh der nahende Sommer, die Luft? Ich weiß es nicht. Nur das ich jedesmal schon vor Vorfreude wie ein kleines Kind nicht schlafen kann, das ist sicher. Nächste Woche ist es soweit. Licht und Ausstellungfläche werden mal generalüberholt. Sicherlich gibt es dann auch die eine oder andere Überraschung.

Na und dann dann entstehen hier wieder Ringe und Ketten, die in meinem Kopf schon langsam eine kleinen Stau bilden.  Hach ja Vorfreude nee - Klasse Ding.

Nächste Woche wird es also im Laden etwas turbulent zugehen. Wenn es euch nicht stört zwischen Kabeln und Holz zu stehen dann ist es gut. Ansonsten vertagt euren Besuch bei mir auf die übernächste Woche . ;)
Alles Liebe Martina