Dienstag, 8. Juli 2014

Sommermärchen

Ich bin ein Sommerkind. Punkt und dem ist auch nichts hinzuzufügen.
Schon immer gewesen und mit jedem Jahr in dem der Sommer kommt und geht bin ich mir dessen noch gewisser.
Die stille unbändige Vorfreude auf die ersten warmen Tage, der Genuß der Sonne auf der Haut, das erste mal kurze Hosen und keine Schuhe. mit ungekämmten Haaren auf dem Rad zum See fahren, staubig werden um sich mit einem Sprung ins Wasser die Krone des Glücks aufzusetzen.  Im Sommer habe ich keine Probleme früh aufzustehen um in allerhergottsfrühe ins Freibad zu radeln zu schwimmen und dann gut gelaunt über den Markt in den Laden. Im Sommer habe ich keine Probleme mich gesund zu ernähren, Beeren, Aprikosen, Tomaten. Alles bunt und leicht und duftig und lecker. Kirschen stibitzt vom Baum.
Das Leben gelingt mir spielend.
Gestern hab ich , als ich meine Mann von der Arbeit abgeholt habe das erste abgemähte Weizenfeld entdeckt.
Der Schmerz, das es bald schon wieder Zeit ist, Abschied zu nehmen hat mich schon ein wenig in den nackten Zeh gepickt und wie jedes Jahr begleitet mich die gleiche Sorge.

Lieber Sommer hab ich dich genug gekostet, hab ich mich einhüllen können in deine warmen Nächte, lag ich oft genug auf einer Wiese und hab in den Himmel gesehen.

Unser Urlaub wird diesmal ein Städtetrip nach Hamburg und Berlin und auch wenn ich mich darauf freue neues zu entdecken, in Cafés zu sitzen und die mit meinen Kindern uneingeschränkt jede Minute Spaß zu haben so habe ich die Sehnsucht nach dem Staub auf Feldwegen und dem Summen der Hummeln im Gepäck.
Wie sehen den eure Reisepläne dieses Jahr aus? und seid auch ihr Sommerkinder?
Was liebt ihr am Sommer besonders?








Alles Liebe Martina

Freitag, 13. Juni 2014

Vielleicht ist auch eine Geschichte von Dir dabei...


Vor einiger Zeit bekam ich ein Armband auf meinen Werktisch im Gepäck eine Geschichte wie man sie nur ganz ganz selten erlebt.
Manchmal trifft man Menschen im Leben die bewegen einen, egal ob es eine flüchtige Begegnung war oder ein Wiedersehen. Man hat das Gefühl, daß man sich schon ewig kennt. 
Eines Tages bekam ich eine Mail, eine Geschichte, eine Gänsehaut.

Liebe Claudia ich hoffe du verzeihst mir das ich Einen kleinen Teil deiner Mail veröffentliche aber bis heute bewegt mich diese Geschichte.

"Wir waren letzten Sommer in Nordindien unterwegs, in Zanskar, einem Gebiet, das nur wenige Monate im Jahr zugänglich ist... ein ehemaliges Königreich, buddhistisch, abseits von Tourismus und westlichen Einflüssen, in einer Ursprünglichkeit wie bei uns vor geschätzt 150 Jahren.
In einem buddhistischen Kloster durften wir bei einer "Versteigerung" zuschauen, an der sonst nur Mönche teilgenommen habe (ich hänge Ihnen ein Foto als kleinen Eindruck dazu an...). Diese "Versteigerungen" finden statt, wenn im Dorf jemand gestorben ist. Die Hinterbliebenen richten eine Metallkiste mit persönlichen Gegenständen des Toten - die dann unter den Mönchen versteigert werden und der Erlös kommt dem Kloster zugute. Da ich natürlich die einzige Frau dort war und die Sachen einer Frau versteigert wurden, gaben die Mönche mir für ein paar Groschen den Armreif. Ich hänge Ihnen auch ein Foto an. Zwar habe ich die Tote nicht gekannt (ich weiß nur, dass es eine sehr sehr alte Frau war... und auch am Armreif und den Steinen sieht man die Spuren von vielen Jahren), dennoch verbinde ich mit dem Armreif eine schöne Erinnerung an diesen Moment und diese Reise. Leider ist der Armreif an einer Stelle fast durchgebrochen und ich traue mich nicht, ihn zu tragen, da er sonst womöglich ganz durchbrechen würde.
Ich trug ihn auf der weiteren Reise dann zu einem Goldschmied, aber der hatte kein Interesse an einer Reparatur und so liegt er nun bei mir zu hause. Meine Idee bzw. vielmehr meine Bitte an Sie: Wenn Sie eine ruhige Minute haben (dies eilt wirklich nicht!!!), vielleicht haben Sie Lust, Ihrer wunderbaren Kreativität freien Lauf zu lassen. Ich würde Ihnen den Armreif gerne schicken und Sie dürfen den Anfang einer neuen Geschichte schreiben."


  Und wie ich das wollte, die Idee ein Goldschmied in Indien hat vor mehr als hundert Jahren das gleiche Material mit fast identischem Werkzeug bearbeitet und ein Schmuckstück daraus gemacht.... Allein dieser Gedanke ist für mich unfassbar cool, unglaublich, spannend. alles auf einmal.
Und ja ich wollte die Geschichte weiterschreiben meine heimliche Unterschrift setzen und dem Goldschmied Ehre tragen der damals großartige Arbeit und Leidenschaft in dieses Stück gesteckt hat. Ich hatte große Lust eine Frau glücklich zu wissen die ich nur einmal getroffen habe und die mich bewegt und mir allein durch ihr Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten einen so großen Glücksbonus gewährt hat.
Ich habe ein Medaillen und ein Ring hergestellt. Den Armreif, bis auf einen kleinen Stein komplett verarbeitet und eine alte Geschichte weitergeschrieben.

Ich hoffe nun sehr das du liebe Claudia das Medallion und der Ring gerne und viel trägst, das es zu dir gehören möge wie der Armreif zu der alten Frau . und das wir und nochmal Treffen, vielleicht auf einen Kaffee?

Als ich den Armreif das erste mal erhitzt habe hat die Werkstatt ganz wunderbar nach Indien, Patschuli und alten Gewürzen die in den Ritzen und Fugen der Ornamente festsaßen geduftet.
Diesen Auftrag werde ich niemals vergessen und  wiedereinmal begleitet mich die Gewissheit das es für mich die Leidenschaft und die Liebe zu den Dingen ist die mich heute glücklich durch den Tag gehen lässt.








  Alles Liebe Martina


Mittwoch, 28. Mai 2014

Geschafft ... erstmal









Seit sieben Jahren nun hab ich diesen kleinen Laden.
Er hat schon so einiges mitgemacht mit mir. So ziemlich alles halbe Jahr eine größere Umrückaktion (mein Mann findest es toll das ich das hier im Laden mache und nicht ständig zu hause).
 Mal eine neue Wandfarbe und mal eine neue Lampe. Der Laden ist mit mir erwachsener geworden.

Ich habe schon unzählige Male gemeckert wenn es wieder nicht so ging wie ich wollte und unzählige Male geweint vor Rührung über die Freude der Anderen, wenn sie das Perfekte Schmuckstück für sich abgeholt haben. 

Diese Räume haben sich mit Leben gefüllt, mit Geschichten, mit Emotionen über dieses lange Zeit. Ich wollte ihn mehr als einmal verschenken aber auch noch öfters niemals im Leben etwas anderes machen. Wir sind mittlerweile ein ganz passables Team, mein Laden und ich. 
Wir bauen uns auf, pflegen uns (wobei ich noch nicht erlebt habe das das Werkzeug sich mal von alleine weggeräumt hat) und wie sammeln gemeinsam Geschichten.

Geschichten vom großen und kleinen Glück, aufgeregte Männer die den Verlobungsring heimlich abholen oder Mütter die der 18 Jährigen Tochter das erste echte Schmuckstück schenken. Oder aber einfach die vielen Kursteilnehmer. Jeder einzelne besonders.

Für mich ist es ganz einfach sie alle ins Herz zu schließen. 

Nach der ganzen Zeit habe ich wiedermal renoviert. Die alte Ladentheke raus, neue rein. Aus dem Bestand einer Druckerei habe ich zwei wunderschöne Schränke erstanden. Einer davon hat sogar einen ausklappbaren Hocker, Dazu gab es unzählige Kästchen und wunderschöne Regale. Der Hacken ? 600 Kilo Bleiletter inklusive.  SECHSHUNDERT Kilo sind verdammt schwer.
An jeder Ecke ein wenig neues und doch alles irgendwie wie es sich für mich gut an fühlt. 
Ich fühle mich hier warm, geborgen, zu hause, mein Herz ist an diesen Platz gebunden und ich kann mir keine schöneren Arbeitsplatz vorstellen. 

Alles Liebe Martina

Donnerstag, 15. Mai 2014

Alles Neue macht ja bekanntlich wiedermal der Mai




Woran es liegt das ich immer im Mai am meisten Lust habe etwas zu verändern, mh der nahende Sommer, die Luft? Ich weiß es nicht. Nur das ich jedesmal schon vor Vorfreude wie ein kleines Kind nicht schlafen kann, das ist sicher. Nächste Woche ist es soweit. Licht und Ausstellungfläche werden mal generalüberholt. Sicherlich gibt es dann auch die eine oder andere Überraschung.

Na und dann dann entstehen hier wieder Ringe und Ketten, die in meinem Kopf schon langsam eine kleinen Stau bilden.  Hach ja Vorfreude nee - Klasse Ding.

Nächste Woche wird es also im Laden etwas turbulent zugehen. Wenn es euch nicht stört zwischen Kabeln und Holz zu stehen dann ist es gut. Ansonsten vertagt euren Besuch bei mir auf die übernächste Woche . ;)
Alles Liebe Martina

Freitag, 2. Mai 2014

Burg Hohenzollern









Da ja am Tag der Arbeit komischerweise nicht gearbeitet wird habe auch ich die Werkstatt hinter mir gelassen und bin ins Grüne gefahren. Die Burg Hohenstauffen in der Nähe von Sigmaringen und irgendwie doch auch in der Nähe von uns.
Hammer coole Burg mit allem PiPaPo. Ich bin ja soweiso Monarchieliebhaber. Die Burg Hohenzollern ist die Stammburg der Hohenzollen. Man bekommt für 10,00 € Eintritt jede Menge Burgfräulein oder Rittergefühl gewürzt mit romantischer Adelsgeschichte.
Die Schatzkammer mit Krönungskrone fand ich besonders toll (leider durfte ich keine Fotos machen).
Alles in allem ein Ausflug den auch Kinder genießen. Ein rund rum gelungener erster Mai.
Wenn das so bleibt dan mag ich dich Mai.
Alles Liebe Martina

Mittwoch, 16. April 2014

Drei Wochen sind wie ein Tag - manchmal -

Nach der längsten Pause die es wohl je auf meinem Blog gab melde ich mich heute wieder bei euch. Ihr alle kennt es, wenn das Leben sich mal schneller dreht als man selbst und einem davon ganz schwindelig wird.

So tata aber heute sitze ich hier, wohl strukturiert (zumindest für den Anfang des Tages) und beantworte fleissig Mails und füttere diesen Blog.

Die Letzten Wochen waren eine turbulente Mischung aus Familienleben in dem sowieso an keinem Tag was ist wie an dem davor. Das Leben mit zwei Pupertisten ist wunderbar und aufregend. Ich liebe es sehr. Gerne würde ich noch mehr Zeit mit ihnen verbringen aber auch die Zeit die wir haben ist etwas wofür ich dankbar bin.



Wir hatten Besuch von meinem zuuuuckersüßen Patenkind aus Hamburg, unser Hinterhof wird nun wirklich ein Paradis und mein Mann hält die Welt zusammen.



Das ansich macht er zwar immer aber ohne ihn hätte ich im Moment nichts anzuziehen (oder nur schmutzige Sachen, der Müll würde sich stapeln und vom Katzenklo mal ganz abgesehen). Der Fels in meiner Brandung ist riesig und umsohöher die Wellen scheinen, umso größer wird er um das ich dahinter verschnaufen kann. Das macht mich einfach nur sprachlos glücklich und dankbar.




Im Laden dagegen bin ich seit einiger Zeit wieder allein, ohne Azubi. Das ergibt ein plötzliches Pensum an Mehrarbeit das ich manchmal selbst nicht ganz überschaue. Die Auftragstüten die jede ein eigenes Projekt und eine Geschichte beinhalten sortiere ich in meiem Kopf ständig nach Wichtigkeit. Ununterbrochen und hoffe immer das ich keine vergesse. Das System wird in diesen Tagen immer neu Überdacht und eine Lösung ausser dem Versuch alles nacheineander zu machen ist trotzdem nicht in Sicht.

Heimlich freue ich mich schon auf den Moment an dem ich wiedermal etwas aus meinem kreativen Sein herstelle. Einfach so weil ich es gerade schön finde.


Nicht das ich Anfertigungen nicht gern mache, aber der Unterschied zum freien Arbeiten liegt auf der Hand.
Die Gradwanderung zwischen Familie und Laden bekommt der Tage noch die Unterteilung in "ich versinke in Auftägen und ich stelle einen Ring her weil ich ihn genau so schön finde".

Immerhin sind im Laden wunderschöne Kissen, Lichter und anderer Mädchenkram eingezogen und wartet auf neue Besitzer. Ich liebe es.


Euch nun einen schönen Tag und alles Liebe Martina

Mittwoch, 26. März 2014

Mein lieber Freund







Heute möchte ich euch nicht schreiben weil ich wiedermal ratlos bin, wiedermal  nicht so recht weiß wie das Leben so recht sein soll oder darf oder kann.
Heute möchte ich euch von einem oder sogar dem schönsten Abendritual in meiner Woche erzählen.
Jeden Dienstag trifft sich unser Haus zum gemeinsamen Abendessen. Konkret heißt das, eine 4 er WG noch eine 4 er WG und wir auch ein 4 Personen Haushalt und auch manchmal wie eine WG. Macht zusammen schlappe 12 Personen plus machmal Freunde. Eine glücklichmachende Runde.
Eigentlich gibt es keine Worte die an nährend beschreiben könnten, was dieses Abendessen für ein Glücksgefühl in mir hinterlässt. Zuverlässig jeden Dienstag.
Ich bin unglaublich froh Menschen um mich zu wissen die mir so nahe sind das ich jeden einzelnen von Herzen liebe meine Freuden und Sorgen teile und auch ihre ihre Herzensdinge auch meine sind.

Irgendwo hab ich mal eine Studie ausgegraben in der von Freunden als Burnoutschutz gesprochen wird. Also ich würde sagen dann sind wir so was von safe.

Gekocht wird abwechseln und immer saulecker, große Runde großer Genuss, großes Herz und größtes Glück überhaupt. Diese Rechnung geht in jedemFall auf.

Ich lieben aus dem Abelhaus. Ich umarme euch drücke euch, und freue mich schon auf euch.

Alles Liebe Martina