Montag, 24. August 2015

mien Ludwigsburg,mien leef, mien hatt


Mein Sommer auf Langeoog geht so langsam zu Ende. Zumindest körperlich kehre ich heim. Es war ein guter Sommer. Ein Sommer in dem ich mit salzfeuchten Haaren barfuß und freihändig über eine Insel geradelt bin die mein Herz nicht erobern konnte. Der ich es von selbst an den Spülsaum legte.

Die Bilder von Sonne und Meer und Orkan und sandgestrahlten Waden und den Duft der Heckenrosen und des Sanddorns nehme ich mit. Für alle Zeit in meinem Herzen. Das ist so groß und froh und reich das es schon fast unverschämt ist, bei all dem Chaos was auf unserer Welt gerade herrscht.

Obwohl ich die Zeit wirklich sehr genossen habe und auch wirklich gern an diesem Meer leben würde, so freue ich mich auch auf mein Zuhause. Meine Werkstatt, auf die vielen Freunde die mich lieben.  Die Freunde die mich in ihre schwäbischen Arme schließen und bei denen ich mich so wohl fühle, als ob meine Zehen sich im Strand vergraben.

Wenn man so viel Glück erfahren darf, das es einem vorkommt als würde die ganze Zeit etwas aus einem raussprudeln, weil man schon fast zu voll ist damit ( wie ein ganz volles Glas köstlichstes Wasser in das man dann noch sein Lieblingsbrausepulvergeschmack reinkippt) bleibt es nicht aus das neue Dinge entstehen. Normalerweise würde ich die Wohnung renovieren, doch ich habe so viele neuen Schmuckideen im Gepäck das ich es kaum erwarten kann an den Werktisch zu kommen. Eine Liebe zum Meer in Metall. Geschichten über Glück und Seegang, über baden im Mondschein und Ebbe und Flut.
Alle diese Geschichten werde ich nun erzählen in meiner kleinen eigenen Werkstatt.
Ich hoffe ihr kommt vorbei und seht euch an was ich zu erzählen habe.
Das sich meine Heimathafen nun in Ludwisgburg befindet und nicht auf Langeoog ist wohl Schicksal. und  das meint es wirklich sehr sehr gut mit mir.

Alles Liebe Martina





















Sonntag, 26. Juli 2015

Können zwei Orte der gleiche sein?

Meine große Liebe zum Meer ist ja mittlerweile kein echtes Geheimnis mehr.
Ich mag das Klima und die Sprache und das Wasser ja sowieso.
Doch ich liebe natürlich auch mein Zuhause. Auch wenn ich da die Sprache nicht mag und das Wasser mir dort fehlt wie verrückt.

Nun bin ich seit fast vier Wochen hier und ich vermisse meine Freunde, unserer Wohnung, meine Mitarbeiter, meine Kunden und meine Werkstatt.
Das ich mehr als alles andere meine Familie und unsere Katzen vermisse, dafür gibt es keine Worte die das beschreiben können.

Zwei Seelen ach in meiner Brust. Könnte ich beides haben. Diesen Ort und den ganzen Rest...
Geht euch das manchmal ähnlich? Fühlt ihr euch glücklich und unglücklich gleichzeitig.
Nicht das ich hier unglücklich bin. Nein dasWort trifft es ganz und gar nicht. Ich würde mir nur Wünschen ich könnte ganz und gar hier sein. oder dort. Egal nur irgendwann mal wo ankommen das wäre ganz schön.

Die Entscheidungen wo ich lebe habe ich bisher immer ganz durch Dinge die passiert sind getroffen. Ausbildung, Kinder, Mann. Nur die Entscheidung als ich das erste mal auf Langeoog gegangen bin,  habe ich offenen Auges entschieden.

Im Grunde meines Herzens bin ich warscheinlich ein Reisender, Immer auf der Suche nach dem Ort.
Umsomehr bin ich gespannt wohin mich mein Weg noch führt.
Der Ort an dem mein Herz und meine Seele liegt,  der ist jedoch nicht geographisch bestimmbar. Dieser Ort der hat einen Namen. Jörg ;)

Alles Liebe Martina

Sonntag, 12. Juli 2015

Das Meer und immer wieder das Meer.


Nun bin ich schon seit einigen Tagen hier auf langeoog. Es fühlt sich an als ob es schon immer so ist und auch immer so sein sollte. Die Geräusche, der Duft, die Worte, alles ist so als ob es mich einhüllt in Glückselligkeit.
Ich kann mir sehr gut vorstellen so zu leben. Hier am Meer. 
Die Goldschmiede hier ist wunderschön. Mit viel Strandgut und ostfriesischem Charme.
Ich bin so glücklich das ich eigentlich keine Worte finde das zu beschreiben. 
Ich habe euch Bilder angehängt den im Moment bin ich lieber stumm vor Glück.

Alles Liebe Martina












Mittwoch, 17. Juni 2015

Was ist das den für ein Laden bitte schön?

Heute stand ein Mann in meinem Laden mit der Aussage "So einen Laden hab ich schon lange gesucht."
Schwupps war sie dann mal wieder da die Frage zum Hinterfragen der Dinge die sonst so sicher scheinen.
Was hab ich denn für einen Laden?  Eine Goldschmiede klar, voll mit altem Werkzeug- Jede Menge Werkzeug, Feilen, Sägen, Hämmer, Zangen. Alles da. wenn wir bohren oder polieren hört es sich  öfters auch an wie eine Zahnarztpraxis.

Doch es stimmt schon. Dieser Laden ist noch viel mehr als eine Goldschmiede.
Einer meiner Lieblingsorte ein Aufbewahrungsort für Geheimnisse wie zum Beispiel Heiratsanträge.  Ein Ort an dem Freudentränen fließen aber auch schon mal echter Schmerz wenn ich  Eheringe zu Witwenringen verbinden muss.
Meine Kunden tragen hier oftmals ihre blanke Seele in den Laden und dann ist es für mich so selbstverständlich das ich würdevoll und voller Achtung damit umgehe.
Jede kleinen Kette, materiell wertlos oder nicht, ist ein Schatz sobald ihr eine Erinnerung beiwohnt die sich für den Träger gut an fühlt.
Ich sehe es also als meine Aufgabe diesen Schatz zu bewahren, zu reparieren, zu polieren. Ach wenn das nicht unbedingt heißt das es sich lohnt in finanzieller Sicht.
Mein Laden ist viel mehr, als ein "sich finanziell lohnen". Es ist ein Geschenk für mich und für jeden der das so sehen möchte.
Natürlich möchte, will und kann ich von dem leben was ich tue.
Es ist nicht mein Hobby und es wäre gelogen das es mir egal wäre wie wirtschaftlich etwas ist. Trotzdem denke ich, dass es nicht das allein glücklichmachende Ideal sein sollte nur nach Bilanzen und Summen zu sehen. Die Summe des Glücks steht oft auf einem anderen Papier.

Mein Laden ist viel mehr als ein finanzielle Sache für mich. Er ist mein Arbeitsplatz, mein, ein Lieblingsplatz. Der Ort an dem ich mich mit Trauringpaaren freue und Kursteilnehmer um dieses oder jenes Schmuckstück beneide.  An dem Ideen geboren werden und Erinnerungen gerettet.
Dieser Ort ist so fest mit meiner Lebenswelt verflochten ist wie meine Liebe zum Meer.
"Zwei Seelen ach in meiner Brust"
So wahr.
Würde es diesen Ort nicht schon geben ich müsste ihn um mein Seelenheil erfinden.

Nun sind es noch zwei Wochen bis ich aufbreche an die Nordsee. Ich freue mich sehr sehr sehr und doch bleibt ein Gefühl zurück das nicht beschreiben kann. Immerhin lasse ich für zwei Monate alles hinter mir. Ich wünsche mir von Herzen das es mich reicher macht an Ideen, an Ruhe, an Ausgeglichenheit. Das ich es mitnehme in meinen Laden und er dadurch eine Geschichte reicher wird.

 Bis dahin
Alles Liebe Martina






Donnerstag, 28. Mai 2015

Ewiger Mai und schon vorbei


Der Mai ist vorbei, ohne das ich ihn auch nur ansatzweise bemerkt habe.
Ziemlich kurzer Monat so ein Mai ?!
In der Werkstatt entstehen Eheringe für Brautpaare die sich die ewige Liebe (das ist ja auf jeden Fall mal ehrlich sehr sehr lange) schwören, wir feierten mehrere Geburtstage, der Garten wächst und gedeiht als ob es kein Morgen gibt (zumindest da ist nichts auf Ewigkeit angelegt) und ich wanderte durch ewige Berge.

Die letzten Frühlingsblumen sind in Vasen gewandert. Leider nicht für die Ewigkeit aber mindestens genauso schön.

Ich komme kaum noch zum Bloggen und wenn ja,  was will ich denn dann eigentlich schreiben. Hier passiert so viel, dass ich es machmal nicht in Worte fassen kann. Ich begegne jeden Tag unglaublich netten Menschen und es gibt tausend wunderschöne Begebenheiten.

Dinge die glücklich machen. Dinge die mein, ein Leben bunt machen.

Als ich am Wochenende mit meiner Familie wandern war, habe ich mir gewünscht, diese Tage dauerten ewig.

Und doch kommt da die Frau des Fischers in mir durch, die mir flüsternden Tones ins Ohr und Herz zirpt, dass es auch schön wäre, die Tage in der Werkstatt wären ewig lang und ich könnte alles leichten Herzens schaffen. Ach ja während ich schwimmen oder laufen gehe könnte das auch immer ewig so weitergehen. ... und so stopfe ich meine Tage voll mit ewigen Momenten die dann in der Summe so viele sind, dass sie winzig werden.

Zu viele um am Ende des Monats auf einen Nenner gebracht zu werden. Ein Dilemma. Wenn es einen gemeinsamen Nenner gibt, dann nur der das es ein schöner Mai war. Auch wenn er mir durch die Summe der Erlebnisse durch die Finger ran wie Sand.

Der Juni fühlt sich jetzt schon an wie ein Durchgangs Monat. Ich werde die Werkstatt aufräumen, die Fußböden in den Kinderzimmern streichen. Koffer packen, Kinder lieben, Mann lieben, essen schlafen, hoffentlich auch ein wenig lesen und Babydecken für meine Schwester häkeln.

Am Ende werde ich nach Langeoog aufbrechen und dort, hoffe ich dann wieder, dass die Tage am Meer sich ewiglich an fühlen.

Bis dahin
Alles Liebe Martina