Mittwoch, 6. November 2019

Welches Glück ist nun das was einen glücklich macht?

Vor viele Jahren hat mir eine Bekannte mal eine Feder geschenkt und gemeint ich solle auf sie aufpassen. Sie war das Symbol für Leichtigkeit , diese Feder auf einer flachen Schale. Viele viele Jahre stand diese Schale auf dem Fensterbrett im Büro meiner Goldschmiede in Ludwigsburg.
Niemals durfte etwas darauf liegen oder die Feder beschweren, das Fenster nur gekippt und nicht ganz geöffnet weil sie sonst wegfliegen könnte. Ich habe diese Leichtigkeit wie mein Leben behütet.

Heute kann ich mich nicht erinnern wohin sie gekommen ist. Die Feder und eine ganze Zeit auch die Leichtigkeit. Mit dem Umzug war sie plötzlich verschwunden und bis heute weiß ich nicht so recht was damit passiert ist. Glücklos, Leichtigkeitslos, unerklärlich und unwiderruflich verloren dachte ich.

Nach einer langen Saison, in der man als Inselbewohner nicht so oft an den Strand kommt wie mache denken, nehme ich mir nun die Freiheit genau das zu tun was sich gut anfühlt für mich.  Ich arbeite in der Goldschmiede und danach mache ich einen Spaziergang am Stand.
Hier begegnen mir so viele Federn. So viel Leichtigkeit. Soviel Glück das zum greifen nah bereit liegt. Ich muss mich nur bücken und doch reicht es mir zu wissen das sie da sind. Der Strand ist meine  Schale von früher, ein Hort meine sichtbaren Leichtigkeit.

Auf diesen Spaziergängen kommt mit jeder Welle die Kraft, Kreativität und Liebe zu mir selbst zurück. All diese Dinge die man oberflächlich gesehen als Leichtigkeit im Leben wahrnimmt. Ich bedenke jede Feder die mir begegnet mit einem Lächeln und einem Gedanken und sehe voller Dankbarkeit hin.  Auf das Meer, auf das Leben auf mein Zuhause.

Noch nie war ich irgendwo mehr zuhause wie hier am Meer.
Ich habe wirklich so gern in Ludwigsburg gelebt und ja ich habe auch etwas schwäbisches hier nach Ostfriesland gebracht.  Käsespätzle zum Beispiel...
und doch Danke danke danke ich bin Zuhause... endlich.

Seit sich das für mich so echt und ganz ganz innen anfühlt ist es ruhiger geworden. Ich schreibe hier weniger. Es ist ok Gefühle und Gedanken nicht sofort teilen zu müssen. Es ist richtiger den je es nur dann zu tun wenn ich Lust darauf habe und nicht weil ich denke das es mich zugehöriger zu irgendetwas, irgendwem macht.
Früher war das tatsächlich manchmal so... aus heutiger Sicht irgendwie schräg damals aber auch eine Realität in der ich mich wiedererkannt habe.

Mein Leben ist seit ich hier bin sicher viel unspannender, ruhiger und sehr viel mehr ich als es das jemals war. Die Goldschmiede ist ein so sehr von mir geliebter Ort. Ich freu mich jeden Tag.

Die vielen schweren Entscheidungen die ich getroffen habe, die mich fast um den Verstand gebracht haben und an den Rande meiner Selbst sind nicht vergessen aber ich habe mich aufgemacht um das Gute das das Leben mir bietet zu ergreifen und zu behüten.

So stehe ich nun hier, lasse mich tragen von den Gezeiten und den Strukturen die diese Insel mit sich bringt. Arbeite an wunderschönen Dingen, lese, fühle und bin sehr glücklich wie es ist.
Ich habe aufgehört mich ständig zu hinterfragen oder andere nicht zu hinterfragen. Der Wind macht den Kopf frei sagt man und ja Wind haben wir hier genug.


Ich wünsche euch das ihr das Glück das in euch liegt seht, das ihr es als das begreift was es ist.  Ein Teil von euch das in euch ist, zu jeder Zeit. Ja auch in denen die garnicht nach Glück aussehen. Es ist immer da. Und damit meine ich nicht dieses irre Grinseglück bei dem einen alle für verrückt und abgedreht halten. Sondern das Glück das einen ruhig und zuversichtlich macht. Das Glück das einen sich selbst wahrnehmen lässt.

Ich sende euch Grüße vom Meer
Alles Liebe Martina






 

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