Sonntag, 9. Dezember 2018

Das erste Mal...

Heute morgen habe ich meinen Facebook Account geöffnet und mir ist eine Erinnerung angezeigt worden. "Sicher erinnerst du dich gern an dieses Bild vor zwei Jahren."
Zu sehen war ein Esstisch, Kerzen, ein Tannenbäumchen in einem Topf auf dem Tisch.
Ich kann mich noch genau erinnern, wann ich dieses Foto gemacht habe. Schnell in Hektik, zwischen dem Essen und noch schnell Wäsche waschen, die Arbeit in der Goldschmiede noch nichtmal ansatzweise geschafft, meinen Kindern noch nicht gesagt das ich sie über alles liebe.
Wiedermal nicht genug.
Irgendwo zwischen dem Leben das ich wollte und dem Leben das ich hatte.
Ich war dauermüde, dauergestresst und dauerunfair.

Heute zwei Jahre später ist das Leben so anders, dass es eine lange Weile dauerte bis ich verstand, dass es mein Eigenes ist.
Ich habe ein Leben verloren um meines zu retten... und ich bin nun hier am Meer.

Diese Tage vor Weihnachten sind so ruhig und so voller Zauber.
Die Insel ist fast menschenleer. Die Goldschmiede ist geschlossen und ich tue Dinge die mich heilen.
Ich gehe spazieren, lang und oft und immer am Meer. Das Meer das sich dieser Tage in das schönste grau gekleidet hat das man sich als Meer aussuchen kann.  Die Geräusche sind magisch.
Es wird mir nicht langweilig das jeden Tag aufs Neue zu bewundern.

Ich trinke Tee, gern bei Kerzenschein und ich tue Dinge die man so macht im Advent.
Ich backe Plätzchen und dekoriere die neue Welt als käme der Advent das erste Mal über mich.

Seit elf Jahren das erst mal das ich in dieser Zeit keine Ausstellung mache, in der ich nicht nachts in der Werkstatt bin und für Menschen Geschenke herstelle während ich selber nicht ansatzweise etwas mit Zeit und Geduld ausgesucht habe.

Doch die Rettung meiner Selbst hat auch einen Preis. Ich vermisse. Das Vermissen war seit jeher ein stiller Begleiter meines Lebens.  Ich habe niemals Dinge vermisst, oft Menschen meistens Gefühle und so vermisse ich auch heute.
Meine Kinder in einem Maß in dem es keine Worte gibt, manchmal den Duft von Wald.

Der Herzschlag des Vermissen in mir, passt an keinem Ort besser als an diesem.

Ich werde übermorgen einen Weihnachtsbaum kaufen. Ein Baum macht zwar noch keinen Wald. Doch ich habe gelernt das es nicht nötig ist das perfekte Gefühl zu erzeugen. Der Duft von Tanne ist ein in meinem Herz ein Wald.  Das allein macht es gut.
Meine Kinder kommen in den nächsten Tagen nach Langeoog das ist das Beste.
Und so geht dieses Jahr zu Ende mit einem guten Gefühl und ich hoffe das ich mich in zwei Jahren gern an diese Momente erinnere auch wenn ich keine Fotos mache und auch wenn Facebook nicht erfährt wie still und glücklich ich in diesen Tagen bin.

Macht es euch schön und bleibt bei euch. Das ist das größte Geschenk denke ich.

Bis bald  Alles Liebe Martina











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